Andacht 19.03.2026
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Bibel
Glauben

18. März 2026 23:01Matthias Müller

Andacht 19.03.2026

Gedanken zum Thema: Zuwendung

Die bekannte Geschichte von der hörenden Maria und der helfenden Martha hat eine Lücke. Der Bruder der beiden, Lazarus, fehlt. Wo ist er?

Der biblische Bericht verrät es uns nicht. Zu Hause scheint er nicht zu sein, sonst hätte er sicher Maria und den Jüngern Gesellschaft geleistet, als sie Jesus zuhörten. Und in der Küche fand man Männer in jener Zeit wohl eher selten.

Ist die Abwesenheit von Lazarus eine verpasste Gelegenheit? Jesus hat ein Herz für Abwesende. Schon im vierten Buch Mose finden wir die Situation, dass ein junger Mann Mose entsetzt berichtet, dass der Geist Gottes sichtbar auch auf die beiden Männer gefallen war, die zur besonderen Versammlung zwar eingeladen, aber einfach nicht gekommen waren. Als Josua dem Einhalt gebieten möchte, wehrt Mose weitherzig ab: „Ich wünschte, der HERR würde seinen Geist auf das ganze Volk legen und alle wären Propheten!“ (4 Mo 11,29 Hfa).

Der Zweifler Thomas fehlt, als sich der auferstandene Jesus den Jüngern offenbart. Und doch – oder gerade deswegen? – lädt Jesus ihn auf eine Weise wie sonst niemanden ein: „Komm, fass mich an, damit deine Zweifel besiegt werden“ (nach Joh 20,27). Thomas schreckt zurück. Nein, das hat er nun nicht mehr ­nötig. Er glaubt.

Und der abwesende Lazarus? Er gehört zu den seltenen Fällen, in denen Jesus während seiner Zeit auf der Erde tote Menschen ins Leben zurückgeholt hat. Dadurch war Lazarus zur Glaubenshilfe für viele Zeitgenossen geworden. Die besuchten ihn, um sich vom Auferstehungswunder zu überzeugen, und glaubten. Lazarus wurde danach zur Zielscheibe eines Mordkomplotts. Die führenden Kräfte wollten ihn als ­Zeugen der Macht Jesu aus dem Weg räumen – ein trauriges Zeugnis menschlicher Verirrung.

Ja, Gott kümmert sich um Abwesende. Das ist keine Einladung zum Wegbleiben, aber ein ermutigendes Signal der Gnade und Zuwendung von Jesus, der damit sagt, dass keiner, der „aus den Augen“ ist, ihm auch „aus dem Sinn“ wäre. Er behält uns alle im Blick, selbst wenn wir uns auf Nebenstraßen verirren sollten. Er freut sich, wenn wir den Weg zurück zu ihm finden.

Zum Bibelvers: Lukas 10,39

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