
14. März 2026 23:01Heinz-Ewald Gattmann
Andacht 15.03.2026
Gedanken zum Thema: Misstrauen
Es gibt Bibeltexte, die man zwar kennt, aber manchmal gar nicht richtig an sich heranlässt – wie unseren heutigen Andachtstext. Als ich eine Predigt über diesen Text hielt, ließ ich einen selbst gebastelten, skizzenhaft gestalteten Ausweis im Scheckkartenformat austeilen. Unter Einbeziehung von Philipper 3,20 („Unser Bürgerrecht […] ist im Himmel“, SLT) stand dort als Überschrift „Reich Gottes – Bürgerausweis“, etwa so, wie im Personalausweis „Bundesrepublik Deutschland“ als ausgebende Institution vermerkt ist. Vom Sprechpult aus konnte ich sehen, dass viele Gottesdienstbesucher die Karte in ihre Bibel legten. Später am Ausgang kam ein Gemeindeglied auf mich zu und drückte mir den Ausweis protestierend in die Hand. „Das kann man so nicht sagen; das ist vermessen!“, wurde mir entgegengeschleudert. Ich hätte gerne ein Gespräch angeknüpft, doch die Person ging zügig weiter.
Ist es vermessen, der Bibel zu glauben? Ist es falsch, Aussagen des Apostels Paulus an die Gläubigen in Galatien oder Philippi als persönliche Zusage Gottes an mich zu nehmen? Wenn es stimmt, dass Menschen durch ihre Bekenntnistaufe eine neue Kreatur werden, wenn es zweitens richtig ist, dass die Erlösung zu ewigem Leben nicht aufgrund eigener Taten, sondern nur aufgrund des Todes Jesu möglich ist, und wenn drittens gilt, dass Gläubige aufgrund ihrer Beziehung zu Jesus auch zum Vater gehören: Darf ich mich dann nicht als Kind Gottes bezeichnen? Kann ich mir dieser Gotteskindschaft nicht sicher sein? Ist es falsch und überheblich, ein „Dokument“ zur eigenen Erlösungsgewissheit bei sich zu tragen?
Schon im Paradies hat die Schlange Misstrauen gegen Gott zum Prinzip ihrer Argumentation gemacht und konnte Eva damit auf ihre Seite ziehen. Seitdem ist eins der größten Probleme der Menschen, dass sie Gott misstrauen und immer wieder Einwände sowie Vorbehalte gegen seine Aussagen erheben. Auch Gläubige sind davor nicht sicher, wie mir die kleine Episode aus dem oben beschriebenen Gottesdienst zeigt. Wer allerdings eindeutige Aussagen Gottes infrage stellt, vertraut ihm letztlich nicht und zweifelt an seiner Ehrlichkeit und Entschlossenheit.
Für Gläubige jedoch besteht kein Anlass, ihrem Herrn zu misstrauen, denn er ist ein Gott, der sein Wort hält und der absolut vertrauenswürdig ist!
© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)
Gedanken zum Thema: Misstrauen
Es gibt Bibeltexte, die man zwar kennt, aber manchmal gar nicht richtig an sich heranlässt – wie unseren heutigen Andachtstext. Als ich eine Predigt über diesen Text hielt, ließ ich einen selbst gebastelten, skizzenhaft gestalteten Ausweis im Scheckkartenformat austeilen. Unter Einbeziehung von Philipper 3,20 („Unser Bürgerrecht […] ist im Himmel“, SLT) stand dort als Überschrift „Reich Gottes – Bürgerausweis“, etwa so, wie im Personalausweis „Bundesrepublik Deutschland“ als ausgebende Institution vermerkt ist. Vom Sprechpult aus konnte ich sehen, dass viele Gottesdienstbesucher die Karte in ihre Bibel legten. Später am Ausgang kam ein Gemeindeglied auf mich zu und drückte mir den Ausweis protestierend in die Hand. „Das kann man so nicht sagen; das ist vermessen!“, wurde mir entgegengeschleudert. Ich hätte gerne ein Gespräch angeknüpft, doch die Person ging zügig weiter.
Ist es vermessen, der Bibel zu glauben? Ist es falsch, Aussagen des Apostels Paulus an die Gläubigen in Galatien oder Philippi als persönliche Zusage Gottes an mich zu nehmen? Wenn es stimmt, dass Menschen durch ihre Bekenntnistaufe eine neue Kreatur werden, wenn es zweitens richtig ist, dass die Erlösung zu ewigem Leben nicht aufgrund eigener Taten, sondern nur aufgrund des Todes Jesu möglich ist, und wenn drittens gilt, dass Gläubige aufgrund ihrer Beziehung zu Jesus auch zum Vater gehören: Darf ich mich dann nicht als Kind Gottes bezeichnen? Kann ich mir dieser Gotteskindschaft nicht sicher sein? Ist es falsch und überheblich, ein „Dokument“ zur eigenen Erlösungsgewissheit bei sich zu tragen?
Schon im Paradies hat die Schlange Misstrauen gegen Gott zum Prinzip ihrer Argumentation gemacht und konnte Eva damit auf ihre Seite ziehen. Seitdem ist eins der größten Probleme der Menschen, dass sie Gott misstrauen und immer wieder Einwände sowie Vorbehalte gegen seine Aussagen erheben. Auch Gläubige sind davor nicht sicher, wie mir die kleine Episode aus dem oben beschriebenen Gottesdienst zeigt. Wer allerdings eindeutige Aussagen Gottes infrage stellt, vertraut ihm letztlich nicht und zweifelt an seiner Ehrlichkeit und Entschlossenheit.
Für Gläubige jedoch besteht kein Anlass, ihrem Herrn zu misstrauen, denn er ist ein Gott, der sein Wort hält und der absolut vertrauenswürdig ist!
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