Andacht 19.10.2026
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18. Okt. 2026 22:01Gerald Klingbeil

Andacht 19.10.2026

Gedanken zum Thema: zerbrechlich

Keramikgeschirr ist eigentlich kein Luxusgut. Wir brauchen es jeden Tag – doch obwohl es sich sehr fest anfühlt, ist es leicht zerbrechlich. Ich erinnere mich noch gut daran, als eine unserer Töchter den Geschirrspüler einmal sehr eilig ausräumte und die Teller höher und höher stapelte. Eigentlich hatte sie keine Lust gehabt, sich um die Maschine zu kümmern, aber sie war nun einmal an diesem Tag dran und jetzt musste alles schnell gehen. Man brauchte kein Prophet zu sein, um das Unglück kommen zu sehen. Der oberste Teller rutschte vom Stapel und schlug krachend auf den Küchenboden. Splitter lagen überall verteilt und meine Tochter schaute mich mit großen Augen an.

Archäologen wissen den Wert (und die Zerbrechlichkeit) von Keramik zu schätzen. Unterschiedliche Keramikstile und -formen helfen ihnen, aufgrund dieser Entwicklungen Ausgrabungsschichten zu datieren. Da jeder Mensch essen, trinken und kochen musste, kommen Keramikfunde bei Ausgrabungen am häufigsten vor. Die Herstellung von Töpferwaren war billig und spiegelte den Stil und die technischen Möglichkeiten einer bestimmten Epoche wider.

Billig und doch wichtig und wertvoll! Wer packt einen kostbaren Schatz in ein zerbrechliches Gefäß? Wer hängt einen echten Rembrandt in einen stinkenden Hühnerstall? Gott tut das, meint Paulus. Nicht, weil wir so toll sind, sondern weil Gott uns zeigen möchte, dass er in uns und durch uns am Werk ist.

Paulus fügt dem noch ein wichtiges Element hinzu: „Auf Schritt und Tritt erfahren wir am eigenen Leib, was es heißt, am Sterben Jesu teilzuhaben. Aber gerade auf diese Weise soll auch sichtbar werden, dass wir schon jetzt, in unserem irdischen Dasein, am Leben des auferstandenen Jesus teilhaben“ (2 Kor 4,10 NGÜ).

Das Geheimnis ist also Jesus in uns. Wir sind wertvolle Gefäße, weil Jesus für uns starb, für uns auferstand und in uns am Wirken ist. Egal wie wir uns heute morgen fühlen, in all unserer Zerbrechlichkeit, Verletztheit und Unzulänglichkeit sind wir geliebte Kinder Gottes – ein Schatz in vergänglichen Gefäßen. Das gibt mir Mut und Kraft für diesen Tag.

Zum Bibelvers: 2. Korinther 4,7

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