
21. Okt. 2026 22:01Werner Lange
Andacht 22.10.2026
Gedanken zum Thema: Vertrauen
Abram gilt als einer der Glaubenshelden der Bibel, dabei zeigen die Berichte über ihn, dass er Gott nicht durchgehend vertraute. Zwar werden über ihn zwei große Glaubenstaten berichtet – der Auszug aus seiner Heimat und die Beinahe-Opferung seines Sohnes Isaak, aber dazwischen finden wir weniger heldenhafte Berichte. So gab er zweimal seine Frau, auf die der König ein Auge geworfen hatte, als seine Schwester aus, um der Gefahr zu entgehen, selbst getötet zu werden. Nur das Eingreifen Gottes verhinderte Schlimmeres (vgl. 1 Mo 12,10–20; 1 Mo 20). Und als Gott Abram versprach, im Alter von hundert Jahren noch mit Sara einen Sohn zu bekommen, fing er ungläubig an zu lachen (vgl. 1 Mo 17,15–19).
Doch etwa fünfzehn Jahre zuvor trug sich die Begebenheit zu, von der unser Andachtstext berichtet. Abram hatte wieder einmal daran gezweifelt, noch einen leiblichen Nachkommen zu bekommen, und brachte dies auch vor Gott zum Ausdruck (vgl. 1 Mo 15,2–3). Gott hielt jedoch an seinem Versprechen fest und verglich die Anzahl der Nachkommen mit den Sternen am nächtlichen Himmel. Und Abram vertraute in diesem Moment der Verheißung.
Diese Begebenheit ist für uns bedeutsam, weil Paulus im Römerbrief gerade diese Verse zitiert, um darzulegen, dass wir Menschen nicht aufgrund irgendwelcher Taten vor Gott gerecht gesprochen werden, sondern aufgrund unseres Glaubens (vgl. Röm 4,1–5. 16–25). Anhand von Abram wird veranschaulicht, wie ein solcher Glaube aussieht: Es ist das Vertrauen auf die Verheißungen Gottes, die er uns aufgrund der Erlösungstat von Jesus Christus gegeben hat. Ihre Erfüllung erscheint ähnlich unwahrscheinlich wie die Erfüllung der verheißenen Nachkommenschaft für Abram und Sara – deshalb ist das Vertrauen auf Gott entscheidend. Dabei war Abrams Vertrauen zu diesem Zeitpunkt noch nicht so tief wie mehr als dreißig Jahre später, als er bereit war, seinen Sohn Isaak auf Gottes Geheiß hin zu opfern. Wir müssen also keine Glaubenshelden sein, um von Gott für gerecht erklärt zu werden.
© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)
Gedanken zum Thema: Vertrauen
Abram gilt als einer der Glaubenshelden der Bibel, dabei zeigen die Berichte über ihn, dass er Gott nicht durchgehend vertraute. Zwar werden über ihn zwei große Glaubenstaten berichtet – der Auszug aus seiner Heimat und die Beinahe-Opferung seines Sohnes Isaak, aber dazwischen finden wir weniger heldenhafte Berichte. So gab er zweimal seine Frau, auf die der König ein Auge geworfen hatte, als seine Schwester aus, um der Gefahr zu entgehen, selbst getötet zu werden. Nur das Eingreifen Gottes verhinderte Schlimmeres (vgl. 1 Mo 12,10–20; 1 Mo 20). Und als Gott Abram versprach, im Alter von hundert Jahren noch mit Sara einen Sohn zu bekommen, fing er ungläubig an zu lachen (vgl. 1 Mo 17,15–19).
Doch etwa fünfzehn Jahre zuvor trug sich die Begebenheit zu, von der unser Andachtstext berichtet. Abram hatte wieder einmal daran gezweifelt, noch einen leiblichen Nachkommen zu bekommen, und brachte dies auch vor Gott zum Ausdruck (vgl. 1 Mo 15,2–3). Gott hielt jedoch an seinem Versprechen fest und verglich die Anzahl der Nachkommen mit den Sternen am nächtlichen Himmel. Und Abram vertraute in diesem Moment der Verheißung.
Diese Begebenheit ist für uns bedeutsam, weil Paulus im Römerbrief gerade diese Verse zitiert, um darzulegen, dass wir Menschen nicht aufgrund irgendwelcher Taten vor Gott gerecht gesprochen werden, sondern aufgrund unseres Glaubens (vgl. Röm 4,1–5. 16–25). Anhand von Abram wird veranschaulicht, wie ein solcher Glaube aussieht: Es ist das Vertrauen auf die Verheißungen Gottes, die er uns aufgrund der Erlösungstat von Jesus Christus gegeben hat. Ihre Erfüllung erscheint ähnlich unwahrscheinlich wie die Erfüllung der verheißenen Nachkommenschaft für Abram und Sara – deshalb ist das Vertrauen auf Gott entscheidend. Dabei war Abrams Vertrauen zu diesem Zeitpunkt noch nicht so tief wie mehr als dreißig Jahre später, als er bereit war, seinen Sohn Isaak auf Gottes Geheiß hin zu opfern. Wir müssen also keine Glaubenshelden sein, um von Gott für gerecht erklärt zu werden.
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