
22. März 2026 23:01Simon Krautschick
Andacht 23.03.2026
Gedanken zum Thema: Selig
Typisch Christensprache. „Selig“ klingt danach, dass jemand schon sehr weit aus dem wirklichen Leben entrückt ist. Wir sehen ihn milde lächelnd über den Dingen schweben. Wer möchte heute auf diese Art und Weise selig sein?
Der Satz stammt von Jesus. Wenn wir das, was Jesus sagt, hören könnten, würden die Worte viel kraftvoller klingen. Selig ist kein Zustand, den geübte Gläubige erreichen, sondern eine Gratulation: Du hast es gut. Du bist auf dem Weg in ein Leben, von dem viele träumen. Herzlichen Glückwunsch!
Jesus lädt besonders die Menschen ein, die bei uns nicht als Aufsteiger gelten würden, denen es an Selbstbewusstsein mangelt, die nicht jeden Vorteil für sich ausnutzen können, die sich nicht im Wettbewerb durchsetzen, die ihr Glück nicht herausfordern.
Wer freundlich ist statt verbissen und eher mal dem anderen Platz macht, als sich durchdrängelt, den bemitleidet Jesus nicht etwa oder tröstet ihn.
Nein. Er beglückwünscht ihn. Denn Gott verspricht ihm „das Erdreich“, er verspricht Lebensraum, in dem er sich entfalten kann. Und es gibt viele, die davon träumen: ein Haus auf einem eigenen Stückchen Land. Lebensraum, in dem ihre Kinder in Freiheit aufwachsen können. Sie selbst können dort später alt werden. Die Nachbarn sind freundlich, keiner geht ihnen auf die Nerven oder macht ihnen ihr Glück streitig.
Malt Jesus hier eine Utopie in die Luft? Die Welt, in der wir leben, funktioniert doch anders. Wer ein Eigenheim besitzen möchte, muss sich anstrengen und viel leisten. Und jemand, der überzeugt ist, er müsse fremde Landstriche erobern, setzt Gewalt, viel Geld und tödliche Waffen ein.
Jesus sagt diesen Satz, als er das Manifest vom Reich Gottes verkündet. Er erklärt, wie sich das Leben dort entfaltet, wo es nach seinem Willen geht. Gott erobert nicht Land oder Leute, um seinen Einfluss geltend zu machen. Vielmehr lädt er Menschen ein, das Leben nach seiner Gebrauchsanweisung auszuprobieren. Gott setzt darauf, dass sich diese Lebenseinstellung ausbreitet, so wie Saat aufgeht und die Pflanzen heranwachsen, gewaltfrei, aber angetrieben von der unbändigen Kraft der Schöpfung.
© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)
Gedanken zum Thema: Selig
Typisch Christensprache. „Selig“ klingt danach, dass jemand schon sehr weit aus dem wirklichen Leben entrückt ist. Wir sehen ihn milde lächelnd über den Dingen schweben. Wer möchte heute auf diese Art und Weise selig sein?
Der Satz stammt von Jesus. Wenn wir das, was Jesus sagt, hören könnten, würden die Worte viel kraftvoller klingen. Selig ist kein Zustand, den geübte Gläubige erreichen, sondern eine Gratulation: Du hast es gut. Du bist auf dem Weg in ein Leben, von dem viele träumen. Herzlichen Glückwunsch!
Jesus lädt besonders die Menschen ein, die bei uns nicht als Aufsteiger gelten würden, denen es an Selbstbewusstsein mangelt, die nicht jeden Vorteil für sich ausnutzen können, die sich nicht im Wettbewerb durchsetzen, die ihr Glück nicht herausfordern.
Wer freundlich ist statt verbissen und eher mal dem anderen Platz macht, als sich durchdrängelt, den bemitleidet Jesus nicht etwa oder tröstet ihn.
Nein. Er beglückwünscht ihn. Denn Gott verspricht ihm „das Erdreich“, er verspricht Lebensraum, in dem er sich entfalten kann. Und es gibt viele, die davon träumen: ein Haus auf einem eigenen Stückchen Land. Lebensraum, in dem ihre Kinder in Freiheit aufwachsen können. Sie selbst können dort später alt werden. Die Nachbarn sind freundlich, keiner geht ihnen auf die Nerven oder macht ihnen ihr Glück streitig.
Malt Jesus hier eine Utopie in die Luft? Die Welt, in der wir leben, funktioniert doch anders. Wer ein Eigenheim besitzen möchte, muss sich anstrengen und viel leisten. Und jemand, der überzeugt ist, er müsse fremde Landstriche erobern, setzt Gewalt, viel Geld und tödliche Waffen ein.
Jesus sagt diesen Satz, als er das Manifest vom Reich Gottes verkündet. Er erklärt, wie sich das Leben dort entfaltet, wo es nach seinem Willen geht. Gott erobert nicht Land oder Leute, um seinen Einfluss geltend zu machen. Vielmehr lädt er Menschen ein, das Leben nach seiner Gebrauchsanweisung auszuprobieren. Gott setzt darauf, dass sich diese Lebenseinstellung ausbreitet, so wie Saat aufgeht und die Pflanzen heranwachsen, gewaltfrei, aber angetrieben von der unbändigen Kraft der Schöpfung.
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