
24. März 2026 23:01Claudia Mohr
Andacht 25.03.2026
Gedanken zum Thema: Sozial
Bei einem Spaziergang kommt ein großer Hund auf uns zugelaufen. Und während der gut erzogene Hund mit unserem Kind Fangen spielt, kommen wir mit seinem Besitzer ins Gespräch: „In letzter Zeit bekomme ich meinen Hund nicht ausgepowert. Alle anderen Hunde, die wir treffen, gehen nur an der Leine und werden nicht mehr losgemacht. So werden sie richtig aggressiv, ja fast asozial und verlernen das freundschaftliche Spielen.“ Später verabschieden wir uns mit ausgetobtem Kind und Hund voneinander und ich komme ins Nachdenken. Wie, sogar Hunde verlernen heutzutage das Spielen? Ich dachte, das gehe nur den Kindern nach Corona so.
Cocooning ist ein neuer Trend, der sich durch die Pandemie verschärft hat. Menschen finden im gemütlichen Zuhause Schutz vor der harten Realität wie die Schmetterlingsraupe im Kokon (engl. cocoon). Der soziale Rückzug ist dabei zentral. Doch dauerhafte Isolation und Rückzug können zur Vereinsamung führen. In Deutschland fühlen sich laut Studien 10 bis 15 Prozent der Menschen einsam. Mangel an sozialen Interaktionen hat nicht nur Folgen für das seelische Befinden. Chronische Einsamkeit erhöht auch das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs oder Demenz erheblich. So wurde vor wenigen Jahren in England und Japan ein Ministerium für Einsamkeit geschaffen.
All das hat Jesus bereits in seiner berühmten Endzeitrede vorhergesehen. Gottes Gebote werden missachtet und das trifft den Kern des Menschseins. Die Liebe und das Interesse aneinander schwinden immer mehr. Das Soziale geht unwiderruflich verloren. Der Homo ludens (der spielende Mensch) wird zum Homo homini lupus (dem Menschen ein Wolf).
Ich bin froh, meine Kirchengemeinde zu haben, in der es die Möglichkeit gibt, Sozialkontakte aufzubauen und meine Beziehungen wertvoll zu gestalten. Wir kommen ins Gespräch und teilen uns mit. Bei rein medialen Gottesdiensten fehlt ein entscheidender Teil, nämlich die „dritte Stunde“, die der sozialen Wärme gewidmet ist. Lasst uns also unser Schneckenhaus verlassen und einander begegnen. Denn nur der persönliche Kontakt bringt uns weiter und wärmt die Seele.
© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)
Gedanken zum Thema: Sozial
Bei einem Spaziergang kommt ein großer Hund auf uns zugelaufen. Und während der gut erzogene Hund mit unserem Kind Fangen spielt, kommen wir mit seinem Besitzer ins Gespräch: „In letzter Zeit bekomme ich meinen Hund nicht ausgepowert. Alle anderen Hunde, die wir treffen, gehen nur an der Leine und werden nicht mehr losgemacht. So werden sie richtig aggressiv, ja fast asozial und verlernen das freundschaftliche Spielen.“ Später verabschieden wir uns mit ausgetobtem Kind und Hund voneinander und ich komme ins Nachdenken. Wie, sogar Hunde verlernen heutzutage das Spielen? Ich dachte, das gehe nur den Kindern nach Corona so.
Cocooning ist ein neuer Trend, der sich durch die Pandemie verschärft hat. Menschen finden im gemütlichen Zuhause Schutz vor der harten Realität wie die Schmetterlingsraupe im Kokon (engl. cocoon). Der soziale Rückzug ist dabei zentral. Doch dauerhafte Isolation und Rückzug können zur Vereinsamung führen. In Deutschland fühlen sich laut Studien 10 bis 15 Prozent der Menschen einsam. Mangel an sozialen Interaktionen hat nicht nur Folgen für das seelische Befinden. Chronische Einsamkeit erhöht auch das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs oder Demenz erheblich. So wurde vor wenigen Jahren in England und Japan ein Ministerium für Einsamkeit geschaffen.
All das hat Jesus bereits in seiner berühmten Endzeitrede vorhergesehen. Gottes Gebote werden missachtet und das trifft den Kern des Menschseins. Die Liebe und das Interesse aneinander schwinden immer mehr. Das Soziale geht unwiderruflich verloren. Der Homo ludens (der spielende Mensch) wird zum Homo homini lupus (dem Menschen ein Wolf).
Ich bin froh, meine Kirchengemeinde zu haben, in der es die Möglichkeit gibt, Sozialkontakte aufzubauen und meine Beziehungen wertvoll zu gestalten. Wir kommen ins Gespräch und teilen uns mit. Bei rein medialen Gottesdiensten fehlt ein entscheidender Teil, nämlich die „dritte Stunde“, die der sozialen Wärme gewidmet ist. Lasst uns also unser Schneckenhaus verlassen und einander begegnen. Denn nur der persönliche Kontakt bringt uns weiter und wärmt die Seele.
© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)



