
25. März 2025 23:01Claudia Mohr
Andacht 26. März 2025
Gedanken zum Thema: Projekt Kreuz
Eine Konferenz mit 700 Teilnehmern stand bevor und ich sollte die Bühnendekoration organisieren. Nach kurzer Absprache war klar: Ein Holzkreuz musste her. Ein imposantes Kreuz, das wirkt und Aufmerksamkeit erregt. Okay, Projekt Kreuz startet jetzt, dachte ich und stürzte mich ins Kreativchaos. Zuerst musste ich den passenden Balken finden – schön breit und lang. Leider vergaß ich den Einkaufswagen und musste den Balken dann tatsächlich durch den Baumarkt schleppen. Achtung, Splitter! Was, er kostet über 33 Euro? Das ist ja Wucher!
Am Tatort angekommen, galt es, den Balken eigenhändig zurechtzusägen, dabei die Proportionen nicht zu vergessen und korrekt zu schrauben. Auch ein Podest musste gebaut werden, um die nötige Standfestigkeit zu erreichen. Der erste Versuch war zu instabil und irgendwie schief; also half ich mit großen Stahlwinkeln nach. Zum Schluss beizte ich das Holz dunkel. Nach Stunden stand ich schweißnass und mit leerem Akku vor dem monumentalen Werk, die Hände rau und verschmiert. Ich musste zugeben, das Projekt Kreuz war kräftezehrend gewesen.
Das musste sich Simon von Kyrene auch gedacht haben. Da kam er vom Feld und wurde plötzlich unfreiwillig Teil der Passionsgeschichte. Das Ziel war Golgatha. Diesen Heimweg würde Simon seinen Lebtag nicht mehr vergessen; das laute Geschrei, der Schweiß und das Blut. Ob er an diesem Tag gläubig geworden ist? Wir wissen es nicht, doch seine Familie war später unter den ersten Christen bekannt (vgl. Röm 16,13). So wurde sein Umweg zum Heilsweg – zumindest für seine Familie.
Das Projekt Kreuz wartet auch auf uns. Wir werden ebenfalls aufgerufen, unser Kreuz auf uns zu nehmen (vgl. Mt 10,38). Das klingt hart und das ist es auch. Geschrei, Schweiß und Blut lassen sich dabei nicht immer vermeiden, auch wenn unser Ziel nicht Golgatha ist. Jesus ruft uns in den Dienst an unserem Nächsten. Das mag öfter mehr persönliche Opfer beinhalten, als uns lieb ist; Zeit, Geld, Geduld oder einen Wohnortwechsel. Tun wir es freiwillig oder empfinden wir unser Los als Zumutung? Simon wurde das Kreuz zum Segen. Lasst uns nicht klagen, sondern bereitwillig mit Jesus gehen! So wird uns auch manch ein Umweg zum Heilsweg.
© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)
Gedanken zum Thema: Projekt Kreuz
Eine Konferenz mit 700 Teilnehmern stand bevor und ich sollte die Bühnendekoration organisieren. Nach kurzer Absprache war klar: Ein Holzkreuz musste her. Ein imposantes Kreuz, das wirkt und Aufmerksamkeit erregt. Okay, Projekt Kreuz startet jetzt, dachte ich und stürzte mich ins Kreativchaos. Zuerst musste ich den passenden Balken finden – schön breit und lang. Leider vergaß ich den Einkaufswagen und musste den Balken dann tatsächlich durch den Baumarkt schleppen. Achtung, Splitter! Was, er kostet über 33 Euro? Das ist ja Wucher!
Am Tatort angekommen, galt es, den Balken eigenhändig zurechtzusägen, dabei die Proportionen nicht zu vergessen und korrekt zu schrauben. Auch ein Podest musste gebaut werden, um die nötige Standfestigkeit zu erreichen. Der erste Versuch war zu instabil und irgendwie schief; also half ich mit großen Stahlwinkeln nach. Zum Schluss beizte ich das Holz dunkel. Nach Stunden stand ich schweißnass und mit leerem Akku vor dem monumentalen Werk, die Hände rau und verschmiert. Ich musste zugeben, das Projekt Kreuz war kräftezehrend gewesen.
Das musste sich Simon von Kyrene auch gedacht haben. Da kam er vom Feld und wurde plötzlich unfreiwillig Teil der Passionsgeschichte. Das Ziel war Golgatha. Diesen Heimweg würde Simon seinen Lebtag nicht mehr vergessen; das laute Geschrei, der Schweiß und das Blut. Ob er an diesem Tag gläubig geworden ist? Wir wissen es nicht, doch seine Familie war später unter den ersten Christen bekannt (vgl. Röm 16,13). So wurde sein Umweg zum Heilsweg – zumindest für seine Familie.
Das Projekt Kreuz wartet auch auf uns. Wir werden ebenfalls aufgerufen, unser Kreuz auf uns zu nehmen (vgl. Mt 10,38). Das klingt hart und das ist es auch. Geschrei, Schweiß und Blut lassen sich dabei nicht immer vermeiden, auch wenn unser Ziel nicht Golgatha ist. Jesus ruft uns in den Dienst an unserem Nächsten. Das mag öfter mehr persönliche Opfer beinhalten, als uns lieb ist; Zeit, Geld, Geduld oder einen Wohnortwechsel. Tun wir es freiwillig oder empfinden wir unser Los als Zumutung? Simon wurde das Kreuz zum Segen. Lasst uns nicht klagen, sondern bereitwillig mit Jesus gehen! So wird uns auch manch ein Umweg zum Heilsweg.
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