
25. Mai 2026 22:01Nicole Spöhr
Andacht 26.05.2026
Gedanken zum Thema: Sprache
„Sprache sagt alles“, lautet das Motto des Duden, dem ich begeistert beipflichte. Ja, ich bin ein Sprachjunkie; Worte wie nonchalant oder ominös in einem Text zu lesen macht mich glücklich. Klug und kompliziert formulierte Sätze, die sich an Kleist statt der Bild orientieren, lassen meinen Puls höherschlagen. Deshalb musste ich schmunzeln, als ich in einem Interview den Begriff Enttäuschungsprophylaxe las. Doch die Bedeutung stimmte mich nachdenklich. Aus Angst davor, enttäuscht zu werden oder etwas nicht mehr kontrollieren zu können, umschifft man im Vorhinein jedes Risiko. Ein anderer Job? Nein, lieber nicht, ich kann zwar mein Potenzial nicht ausschöpfen, aber wer weiß, wie es woanders ist?! Den sympathisch-interessanten Chatkontakt auf einen Kaffee treffen, um herauszufinden, ob es mehr werden könnte? Nein, lieber noch ein bisschen vage bleiben, wer weiß, ob er mir in echt noch so gut gefällt?!
Lässt sich dieses Verhaltensmuster auch auf das Glaubensleben übertragen? Die Jünger geben Jesus zu verstehen, dass sie im Glauben wachsen möchten, und Jesus antwortet mit dem Eingangstext. „Wenn euer Glaube nur so groß wäre wie ein Senfkorn …“ Schon ein kleiner Same könnte Riesiges, ja Unmögliches bewirken! Und die Jünger haben einige unglaubliche Erfahrungen mit Jesus gemacht. Zweifeln sie dennoch und wenn ja, woran eigentlich?
An dieser Stelle wird in der Bibel nicht näher darauf eingegangen, was den Jüngern im Weg stand, dafür aber, dass ihr Wunsch nach mehr erfüllt wird und sie schließlich Wunder tun. Vor allem Pfingsten ist ein im wahrsten Sinne des Wortes leuchtendes Beispiel, wie der Heilige Geist dafür sorgt, dass Menschen trotz Sprachbarrieren vom Evangelium erfahren und ergriffen werden. Die Jünger treten aus ihrer Deckung heraus und gehen auf volles Risiko. Sie sind beflügelt und erfüllt von Gott.
Vielleicht ist es die gefühlte mangelnde Präsenz Gottes in meinem Leben, die mich dazu veranlasst, eher auf Nummer sicher zu gehen, als im Vertrauen auf ihn Veränderung wahr werden zu lassen? Dann rüste mich aus, Herr, mit neuer Kraft und entzünde dein Feuer in mir. (Nach ghs 185)
© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)
Gedanken zum Thema: Sprache
„Sprache sagt alles“, lautet das Motto des Duden, dem ich begeistert beipflichte. Ja, ich bin ein Sprachjunkie; Worte wie nonchalant oder ominös in einem Text zu lesen macht mich glücklich. Klug und kompliziert formulierte Sätze, die sich an Kleist statt der Bild orientieren, lassen meinen Puls höherschlagen. Deshalb musste ich schmunzeln, als ich in einem Interview den Begriff Enttäuschungsprophylaxe las. Doch die Bedeutung stimmte mich nachdenklich. Aus Angst davor, enttäuscht zu werden oder etwas nicht mehr kontrollieren zu können, umschifft man im Vorhinein jedes Risiko. Ein anderer Job? Nein, lieber nicht, ich kann zwar mein Potenzial nicht ausschöpfen, aber wer weiß, wie es woanders ist?! Den sympathisch-interessanten Chatkontakt auf einen Kaffee treffen, um herauszufinden, ob es mehr werden könnte? Nein, lieber noch ein bisschen vage bleiben, wer weiß, ob er mir in echt noch so gut gefällt?!
Lässt sich dieses Verhaltensmuster auch auf das Glaubensleben übertragen? Die Jünger geben Jesus zu verstehen, dass sie im Glauben wachsen möchten, und Jesus antwortet mit dem Eingangstext. „Wenn euer Glaube nur so groß wäre wie ein Senfkorn …“ Schon ein kleiner Same könnte Riesiges, ja Unmögliches bewirken! Und die Jünger haben einige unglaubliche Erfahrungen mit Jesus gemacht. Zweifeln sie dennoch und wenn ja, woran eigentlich?
An dieser Stelle wird in der Bibel nicht näher darauf eingegangen, was den Jüngern im Weg stand, dafür aber, dass ihr Wunsch nach mehr erfüllt wird und sie schließlich Wunder tun. Vor allem Pfingsten ist ein im wahrsten Sinne des Wortes leuchtendes Beispiel, wie der Heilige Geist dafür sorgt, dass Menschen trotz Sprachbarrieren vom Evangelium erfahren und ergriffen werden. Die Jünger treten aus ihrer Deckung heraus und gehen auf volles Risiko. Sie sind beflügelt und erfüllt von Gott.
Vielleicht ist es die gefühlte mangelnde Präsenz Gottes in meinem Leben, die mich dazu veranlasst, eher auf Nummer sicher zu gehen, als im Vertrauen auf ihn Veränderung wahr werden zu lassen? Dann rüste mich aus, Herr, mit neuer Kraft und entzünde dein Feuer in mir. (Nach ghs 185)
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