Andacht 27. März 2025
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Bibel
Glauben

26. März 2025 23:01Gerald Hoffmann

Andacht 27. März 2025

Gedanken zum Thema: Bedürfnisse stillen

„Funktionäre in die Produktion, wir verdienen euren Lohn“, las man auf einigen Bannern, die auf den Demonstrationen 1989 während der friedlichen Revolution gezeigt wurden. Die Machthabenden sollten gefälligst an der Basis lernen, was Arbeit ist, statt sich auf ihren Privilegien auszuruhen. Auch heute wird darüber gestritten, ob „die da oben“ überhaupt noch das Leben „da unten“ kennen.

Und der da oben? Schaut Gott auch nur zu und betrachtet teilnahmslos das Durcheinander hier unten?

In uns steckt das tiefe Bedürfnis, in unserer Not gesehen zu werden. Verstanden zu werden ist der erste Schritt der Hilfe. Unsere Not, unsere Angst und unser Schmerz sollen nicht kleingeredet, nicht beiseitegewischt, nicht weggedrückt werden.

Gott kann dieses Bedürfnis stillen. Er kann es, weil er die Chefetage verlassen hat. Er kam zu uns nach unten, ganz nach unten. Die Schlusslichter der Gesellschaft waren die Ersten, denen er begegnete. Er lernte von der ersten Minute an Mangel kennen. Sein Kinderbett war eine Futterkrippe mit Stroh.

Er fühlte den tiefen Schmerz des Verlustes geliebter Menschen, den Schmerz um sein Volk, den Schmerz der Ablehnung und des Verrats. Und er fühlte tiefe Einsamkeit im Garten Gethsemane. Er erlitt Folter und Grausamkeit und war der Willkür der Machthaber ausgeliefert. Er war ganz unten. Er war einer von uns Geplagten.

Gott beobachtet uns nicht von oben herab. Wir haben einen Gott, der uns vollkommen versteht, mit uns fühlt und mit uns leidet. Unser Vater im Himmel versteht jedes Wort, das wir lautlos in unsere Kissen weinen.

Er liebt dich und mich so sehr, dass mir dafür die Worte fehlen. Er will mich, er will dich. Deswegen bringt er dich und mich zu sich in seine Herrlichkeit. Wir dürfen vertrauensvoll nach seiner rettenden Hand greifen. Das ist die frohe Botschaft von Ostern – die wichtigste Botschaft der Christenheit.

Zum Bibelvers: Johannes 1,14

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