Andacht 28. März 2025
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Bibel
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27. März 2025 23:01Manuela Hübler

Andacht 28. März 2025

Gedanken zum Thema: loslassen

Ich liebe Videos, in denen Menschen ihr Zuhause ausmisten. Eine Aufräumexpertin kommt zu den Klienten nach Hause und gemeinsam wird die Problemzone der Wohnung angegangen. Aus vollgestopften Küchenschränken werden gut sortierte und deutlich luftigere Aufbewahrungsorte. Doch um diesen Zustand zu erreichen, müssen die Klienten eins: loslassen. Nur, wenn sie bereit sind, sich von Dingen zu trennen, kann neue Ordnung einziehen.

Loslassen, das kann schon bei angesammeltem Besitz schwerfallen. Noch schwieriger ist es, Menschen gehen zu lassen. Manche Freundschaften und Beziehungen halten nicht so lange wie gewünscht. Es schmerzt, wenn sich jemand von einem abwendet. Wenn man nicht mehr gebraucht oder gewollt wird.

Im Gleichnis vom verlorenen Sohn entscheidet sich der jüngere Sohn, seinem Vater den Rücken zuzukehren. Er will sein Erbe schon jetzt. Was das in seinem Vater auslöst, ist ihm egal. Und was tut der Vater? Er klammert nicht, schreit den Sohn nicht wütend an oder versucht, ihn zu manipulieren. Nein, er gibt ihm das Geforderte und lässt ihn frei, lässt ihn los. Der geliebte Sohn darf gehen. Der Vater wünscht sich zwar weiterhin eine Beziehung zu seinem Sohn, doch sie soll freiwillig sein.

Gott lebt uns vor, wie Loslassen gelingt. Er sperrt uns nicht ein, zwingt uns nicht zu einer Freundschaft. Wie der Vater im Gleichnis wartet er darauf, dass wir zu ihm zurückkommen. Jeden Tag schaut er nach, ob er den Sohn in der Ferne erkennen kann. Er gibt die Hoffnung nicht auf, dass sie wieder zueinanderfinden. Ich staune über diese Geduld und Liebe und könnte gut verstehen, wenn er resigniert aufgeben würde.

Auch für zwischenmenschliche Beziehungen darf man Hoffnung haben. Manchmal gelingt nach dem Loslassen wieder eine Annäherung. Doch es gibt auch Beziehungen, die man für immer loslassen muss. Der Schmerz, der daraus erwächst, darf und sollte gefühlt werden. Und dann gilt es, mit Gottes Hilfe nach vorne zu schauen; Gottes Hoffnung zu schöpfen und zu sehen, was er Gutes für uns bereithält.

Zum Bibelvers: Lukas 15,12-13

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