Andacht 30.06.2026
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Bibel
Glauben

29. Juni 2026 22:01Gerhard Zahalka †

Andacht 30.06.2026

Gedanken zum Thema: Wunder

„Unmögliches wird sofort erledigt, Wunder dauern ­etwas länger.“ Das ist kein Spruch aus der Bibel, könnte er aber sein, denn Gott hat zu allen Zeiten Gebete seiner Kinder auf wunderbare Weise erhört. Wurde dir Gottes Liebe und Allmacht schon einmal dadurch offenbart, dass er eigentlich Unmögliches ermöglichte? Wenn wir Jesus bitten, erleben wir oft, dass er mehr tut, als wir zu bitten gewagt haben. Daher sollten wir bei all dem nie vergessen: Wir haben alle Knie, die wir zum Beten beugen können!

Für mich bestand das Unmögliche zunächst darin, rechtzeitig die Unterschrift meiner Braut für die Anmeldung unserer Eheschließung vorzulegen. Auf dem Standesamt in Berlin-Zehlendorf fanden wir dafür eine Sofortlösung, aber auf das nächste Wunder mussten wir etwas länger warten, denn Ausreiseanträge aus der DDR in den Westen wurden so gut wie immer abgelehnt. Dass eine junge Frau, die zudem einen ­medizinischen Beruf anstrebte, nach drei Jahren dennoch ein Visum zur Übersiedlung nach Westberlin ­erhielt, darf man als ein mittelgroßes Wunder bezeichnen, denn der Kalte Krieg zwischen dem Westen und dem Ostblock war in vollem Gange. Trotz der schlechten Aussichten sorgten wir uns nicht, denn ­Jesus hatte versprochen: „Wenn zwei von euch auf der Erde gemeinsam um irgendetwas bitten, wird es ihnen von meinem Vater im Himmel gegeben werden“ (Mt 18,19 GNB).

Auf dieses Versprechen Gottes beriefen wir uns, bis der ersehnte Tag anbrach, an dem ich meine Verlobte aus Friedensau in der DDR nach Westberlin bringen wollte. Doch mit dem gemieteten VW-Bus kam ich nur bis zum Grenzübergang Drewitz. Hier ­erklärte mir der Grenzpolizist, ich dürfe nicht weiterfahren, weil die Besuchsregelung nur für Pkw gelte, mein VW sei aber ein Lkw. Er hatte recht. Ich aber ­hatte meinen Gott! Ich erklärte dem Grenzer meine Situation und bat ihn, einen Ausweg zu finden. Nach zehn Minuten kam er wieder, gab mir die Papiere ­zurück und winkte mich durch. Fünf Stunden später war ich wieder in Drewitz, diesmal auf der Ausreisespur. Als sich der Schlagbaum hob, dachten wir an Psalm 18,30–31: „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen. Was für ein wunderbarer Gott!“ (NGÜ).

Zum Bibelvers: Matthäus 18,19

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