Andacht 01. März 2025
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Bibel
Glauben

28. Feb. 2025 23:01Rolf Pöhler

Andacht 01. März 2025

Gedanken zum Thema: Gebet

Drei Jahre lang begleiteten die Jünger ihren Meister, hörten ihn das Evangelium predigen und die Grundsätze des Reiches Gottes lehren, sahen ihn Kranke heilen und Tote auferwecken. Doch manchmal zog sich Jesus zurück, um allein zu sein – allein mit sich und seinem himmlischen Vater (Mk 1,35). Welcher Jünger hätte nicht gerne mal reingehört in die private Konversation zwischen Vater und Sohn? Würden wir nicht alle von seinem intensiven Gebetsleben profitieren wollen?

Eines Tages fasst sich einer der Jünger ein Herz und bittet Jesus: „Herr, lehre uns beten.“ Die Frage überrascht. Wissen die Jünger nicht, wie man betet? Haben sie nicht seit ihrer Kindheit viele Gebete gehört, gelernt und gesprochen – zu Hause, in der Synagoge und sogar auf offener Straße? Vielleicht aber spüren sie wie wir: Beten ist nicht dasselbe wie Beten.

Ich erinnere mich an Gebete, die mich aufgrund stets gleichbleibender Formulierungen und nicht empfundenem geistlichem Tiefgang innerlich unbeteiligt ließen. Manchmal jedoch – selten genug – war ich von einem Gebet so ergriffen, dass ich spürte: Hier ist jemand in Gottes Gegenwart und die Engel steigen die Himmelsleiter auf und nieder (1 Mo 28,12). So möchte ich selbst beten können – für mich allein und öffentlich.

Jesus greift die Bitte seiner Jünger auf und beantwortet sie mit dem Vaterunser. Matthäus stellt zwei Hinweise voran, die der damaligen Praxis geschuldet sind: 1. Beten ist keine Show, um andere mit der eigenen Frömmigkeit zu beeindrucken, sondern ein intimes Gespräch mit dem Vater im Himmel. 2. Beten benötigt nicht viele Worte. Gott weiß ja, was wir brauchen. Weniger ist mehr, das Wesentliche genügt.

Was aber ist wesentlich und unverzichtbar? Darauf gibt das Vaterunser Antwort. Es ist ein Mustergebet, an dem wir uns orientieren können. Um im Geist dieses Gebets – aber nicht unbedingt mit denselben Worten – zu beten, sollten wir seinen Inhalt und sein Anliegen gut verstehen. Dann können wir das „Gebet des Herrn“ mit innerer Anteilnahme und aus voller Überzeugung sprechen. Denn von Jesus lernen heißt beten lernen.

Zum Bibelvers: Lukas 11,1

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