
2. Jan. 2026 23:01Rolf Pöhler
Andacht 03.01.2026
Gedanken zum Thema: Hoffnung
Heute vor einem Jahr wurde Alexei Nawalny in Moskau beerdigt. Nachdem er vor einigen Jahren einen Giftanschlag nur knapp überlebt hatte, kehrte er freiwillig nach Russland zurück, wurde noch am Flughafen verhaftet, zu langjährigen Haftstrafen verurteilt, in ein Straflager nach Sibirien verbannt und kam dort unter ungeklärten Umständen zu Tode. Sein Schicksal bewegt die Welt bis heute.
Was trieb den Dissidenten dazu, sich der Gefahr auszusetzen, erneut verhaftet und schließlich getötet zu werden? Sein Lebensmotto fand er in der Bergpredigt: „Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden“ (Mt 5,6). Diese Hoffnung beseelte ihn und ließ ihn enorme Risiken eingehen.
Auch Paulus lebte in ständiger Lebensgefahr. Er wurde mehrmals verhaftet, geschlagen, ausgepeitscht und sogar gesteinigt – und verlor dennoch nie seinen Glauben. Im Gegenteil, er „rühmte“ sich seiner Bedrängnisse, weil sie Ausdauer verlangen, Resilienz stärken, Bewährungsproben sind und auf diese Weise die Hoffnung festigen.
Ähnlich formuliert es auch Jakobus: „Betrachtet es als besonderen Grund zur Freude, wenn euer Glaube immer wieder hart auf die Probe gestellt wird“ (Jak 1,2 Hfa).
Wodurch wird unser Glaube auf die Probe gestellt? Ist es die „Untätigkeit“ Gottes, die uns zu schaffen macht? Oder sein noch nicht eingelöstes Versprechen eines neuen Himmels und einer neuen Erde? Oder unser kräftezehrender Einsatz, der nicht gewürdigt wird? Was auch immer – was Glauben stärkt und Hoffnung festigt, sind gerade solche Herausforderungen. Sie rufen Widerstand hervor und stärken so die Widerstandskraft. Durch Belastungen lernen wir, tragfähig zu werden.
Geradezu poetisch hat Paulus seine Erfahrung beschrieben: „In allem sind wir bedrängt, aber nicht erdrückt; keinen Ausweg sehend, aber nicht ohne Ausweg; verfolgt, aber nicht verlassen; niedergeworfen, aber nicht vernichtet“ (2 Kor 4,8–9 EB). Am Ende musste auch er seinen Einsatz mit dem Leben bezahlen. Doch er ging nicht als Verlierer vom Platz. Und er macht anderen Mut, aus der Kraft unerschütterlicher Hoffnung zu leben.
© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)
Gedanken zum Thema: Hoffnung
Heute vor einem Jahr wurde Alexei Nawalny in Moskau beerdigt. Nachdem er vor einigen Jahren einen Giftanschlag nur knapp überlebt hatte, kehrte er freiwillig nach Russland zurück, wurde noch am Flughafen verhaftet, zu langjährigen Haftstrafen verurteilt, in ein Straflager nach Sibirien verbannt und kam dort unter ungeklärten Umständen zu Tode. Sein Schicksal bewegt die Welt bis heute.
Was trieb den Dissidenten dazu, sich der Gefahr auszusetzen, erneut verhaftet und schließlich getötet zu werden? Sein Lebensmotto fand er in der Bergpredigt: „Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden“ (Mt 5,6). Diese Hoffnung beseelte ihn und ließ ihn enorme Risiken eingehen.
Auch Paulus lebte in ständiger Lebensgefahr. Er wurde mehrmals verhaftet, geschlagen, ausgepeitscht und sogar gesteinigt – und verlor dennoch nie seinen Glauben. Im Gegenteil, er „rühmte“ sich seiner Bedrängnisse, weil sie Ausdauer verlangen, Resilienz stärken, Bewährungsproben sind und auf diese Weise die Hoffnung festigen.
Ähnlich formuliert es auch Jakobus: „Betrachtet es als besonderen Grund zur Freude, wenn euer Glaube immer wieder hart auf die Probe gestellt wird“ (Jak 1,2 Hfa).
Wodurch wird unser Glaube auf die Probe gestellt? Ist es die „Untätigkeit“ Gottes, die uns zu schaffen macht? Oder sein noch nicht eingelöstes Versprechen eines neuen Himmels und einer neuen Erde? Oder unser kräftezehrender Einsatz, der nicht gewürdigt wird? Was auch immer – was Glauben stärkt und Hoffnung festigt, sind gerade solche Herausforderungen. Sie rufen Widerstand hervor und stärken so die Widerstandskraft. Durch Belastungen lernen wir, tragfähig zu werden.
Geradezu poetisch hat Paulus seine Erfahrung beschrieben: „In allem sind wir bedrängt, aber nicht erdrückt; keinen Ausweg sehend, aber nicht ohne Ausweg; verfolgt, aber nicht verlassen; niedergeworfen, aber nicht vernichtet“ (2 Kor 4,8–9 EB). Am Ende musste auch er seinen Einsatz mit dem Leben bezahlen. Doch er ging nicht als Verlierer vom Platz. Und er macht anderen Mut, aus der Kraft unerschütterlicher Hoffnung zu leben.
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