Andacht 07.04.2026
Bildnachweis: ambermb, Pixabay
Bibel
Glauben

6. Apr. 2026 22:01Chantal Klingbeil

Andacht 07.04.2026

Gedanken zum Thema: Angst

Die meisten Kinder lieben Spielplätze. Auch ich fand Spielplätze als kleines Kind ganz passabel, aber ich habe die Rutsche gehasst. Sie war mir einfach zu ­unheimlich. Während meine Spielkameraden sich freudig und quietschend in das große Unbekannte stürzten, blieb ich vor Angst wie erstarrt oben auf der Rutsche sitzen. All das Geschrei und Geschubse von hinten konnte mich nicht dazu motivieren, den „Sprung“ ins Ungewisse zu wagen. Ich glaube, ich fürchtete das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, und ich hatte Angst, am Ende auf dem Boden aufzuschlagen. Es gab nur einen Weg, mich hinunterzubringen: Mein Vater musste am Rutschenauslauf stehen, um mich aufzufangen.

Vor über 3000 Jahren wagte eine Frau aus einer kleinen phönizischen Stadt den größten Sprung, den ein Mensch machen kann – sie wagte den Sprung des Glaubens. Und das war alles andere als einfach. Sie blickte dem Tod ins Auge. Sie hatte ihren Mann sterben sehen. Jeden Tag suchte sie den wolkenlosen Himmel ab und hoffte, trotz vieler Enttäuschungen, auf eine Wolke, die Regen mit sich bringen würde. Sie hatte schon Mehl und Öl rationiert, um zu versuchen, es bis zum Ende der Dürre zu schaffen. Aber es war sinnlos. Sie wusste das. Sie und ihr Sohn würden bald verhungern. Und hier trifft Elia die Witwe, bittet sie um Brot und verspricht, dass Gott treu sein würde.

Die Witwe von Sarepta zögert einen Moment – und dann springt sie ins Ungewisse. Ihren Riesensprung kann man in ein paar Tropfen Öl und einer Handvoll Mehl messen. Sie bringt Elia das Letzte, was sie hat.

Die Geschichte dieser Frau erinnert mich an meine Erfahrungen auf dem Spielplatz. Ich habe inzwischen Situationen erlebt, die herausfordernder waren als eine Rutsche, aber manchmal habe ich genauso viel Angst, wenn ich merke, dass mir das Leben aus der Hand gleitet. Die Witwe von Sarepta ermutigt mich, den Sprung ins Unbekannte zu wagen, weil ich weiß, dass mein himmlischer Vater immer da ist, um mich aufzufangen. Glauben zu wagen wird dann zum Freudensprung, weil wir sicher in Gottes Armen landen.

Zum Bibelvers: 1. Könige 17,14

© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)