Andacht 09.06.2026
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8. Juni 2026 22:01Thorsten Hentschke

Andacht 09.06.2026

Gedanken zum Thema: Stolpersteine

„Gegen das Vergessen!“ Mit diesem Anspruch hat der WDR das Projekt „Stolpersteine NRW“ gestartet. Die App und eine begleitende Website machen die Geschichten hinter rund 15.000 Stolpersteinen in Nordrhein-Westfalen digital erlebbar. Inzwischen gibt es eine deutschlandweite App dazu. Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann. Mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln, sogenannten Stolpersteinen, soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, deportiert, vertrieben, ermordet oder in den Suizid getrieben wurden. Stolpersteine gibt es in Deutschland und 30 weiteren europäischen Ländern. Sie gelten als das größte dezentrale Mahnmal der Welt.

Die quadratischen Tafeln aus Messing sind mit mittels Hammer und Schlagbuchstaben eingefügten Lettern beschriftet und werden meist vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer in das Pflaster bzw. den Belag des jeweiligen Gehwegs eingelassen. Am 26. Mai 2023 verlegte Demnig in Nürnberg den 100.000. Stolperstein.

Bei uns in Solingen putzen immer wieder Schüler diese inzwischen 120 Stolpersteine meiner Heimatstadt – wie auch unsere Kinder vor einigen Jahren. Denn das Vergessen bedeutet gleichzeitig den Verlust von Erinnerung. Der Mensch vergisst über die Zeit hinweg kontinuierlich, wobei Geschwindigkeit und Umfang des Vergessens von vielen Faktoren abhängig sind, unter anderem vom Interesse, von der Emotionalität der Erinnerung und Wichtigkeit der Information. Forschungen zum Prozess des Vergessens sind ein wichtiger Bestandteil der Gedächtnisforschung. Die genaue Funktion des Vergessens ist größtenteils ungeklärt.

So wie diese Stolpersteine ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur geworden sind, um an die politisch-historische Vergangenheit zu erinnern, benötigen wir tagtäglich weitere Stolpersteine im Alltag, die uns im positiven Sinne als Leitpfosten in unserem Leben dienen. Im Gegensatz zu uns wird Gott, unser Schöpfer, uns nie vergessen, so wie er es uns im eingangs zitierten Bibeltext versprochen hat. Wir sind ihm unendlich wertvoll, er liebt uns und ist stets an unserer Seite – dessen dürfen wir uns immer gewiss sein.

Zum Bibelvers: Lukas 12,6

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