Andacht 16.06.2026
Bildnachweis: congerdesign, Pixabay
Bibel
Glauben

15. Juni 2026 22:01Armin Richter

Andacht 16.06.2026

Gedanken zum Thema: Zuhause

Wieder einmal steht ein Umzug an. Es ist der 15. in meinem Leben. Die Umzüge, bei denen ich geholfen habe, noch nicht eingerechnet. Ich bin also in Übung. Andere, denen ich davon erzähle, sind erleichtert, weil sie nicht umziehen müssen. Es wäre für sie mit ihrem Haus und Grundstück der Worst Case, die größtmögliche Katastrophe.

Unsere Wohnung beginnt sich zu leeren. 50 Kartons sind gepackt; wahrscheinlich ein Drittel von allen. So geht es weiter, Tag für Tag. Es werden immer mehr Kartons. Ich frage mich: Wie willst du das alles in die neue Wohnung bekommen? Es macht mir Angst. Und eines Tages steht dann der leere Lkw vor unserem Haus, man lädt und lädt und lädt, bis alles verschwunden ist. Zwei Tage später steht alles in der neuen ­Wohnung. Wir schlängeln uns zwischen Kartons und ­Möbeln hindurch. Alles ist uns fremd: Die Einkaufsmöglichkeiten, die Straßen und Gassen, wir kennen keinen Menschen. Dann wächst die Sehnsucht nach etwas Bekanntem. Ein Gefühl, das bei jedem Umzug aufkommt.

Wo bist du zu Hause? Wo ist deine Heimat? Wo ist dein Nest? Meine Antwort lautet: bei meiner Familie. Die Menschen bleiben bei jedem Umzug dieselben; wenn die Kinder nicht selbst eines Tages ausziehen. Trotzdem fühlt man sich manchmal durchs Land ­geschubst. Man hat keine Heimat.

Dann sehe ich viele Menschen mit eigenem Häuschen, mit schönem Garten, mit toller Wohnung. Ich sehe, wie viel Zeit für Gestaltung und Pflege aufgebracht werden muss. Wie viel Zeit bleibt da noch für Mitmenschen und für Jesus? Müssen uns erst Extrem­situationen bewusst machen, worauf es im Leben ankommt?

„Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ Vielleicht habe ich es leichter als andere, diesen Satz zu leben. Ich ziehe regelmäßig um, bleibe nicht mein Leben lang an einem Ort wohnen. Ich darf umso mehr auf die zukünftige Stadt hoffen; darauf, dass ich dort keinem Umzugsstress mehr ausgesetzt bin. Und so sehne ich mich nach dieser Stadt, in der andere Dinge an Bedeutung gewinnen. Der Blick auf Jesus hilft uns, die wichtigen Dinge zu fokussieren.

Lasst uns das Schöne, das uns geschenkt wird, genießen, es mit anderen teilen und für Mensch und Gott da sein.

Zum Bibelvers: Hebräer 13,14

© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)