Andacht 13.06.2026
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Bibel
Glauben

12. Juni 2026 22:01Wolfram Gauger

Andacht 13.06.2026

Gedanken zum Thema: Sanftmütig

So mancher von uns würde diese Aussage lieber überlesen und weitergehen. Man muss ja nicht alles so wörtlich nehmen. Es gibt da schon bessere Passagen in der Bibel. Honigseim und Öl für die Seele. „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“ Das liest sich gut und man weiß sofort: Ich bin wohlversorgt.

Gern sehe ich das seltene Bild eines Schäfers. Natürlich machen sich bei diesem Berufsstand positive Gedanken breit. Zeit haben, ins Land blicken, ein wenig die Hunde kommandieren. Ja, das wär’s! Doch was wissen wir eigentlich konkret über die Schafsnaturen? Sie sind nicht immer weit vorausblickend, sanftmütig und auf Führung angewiesen. Und dann gibt es auch noch Streithammel. Aber die sind ja männlichen ­Geschlechts. Also lässt sich zusammenfassend sagen, es sind verträgliche Tiere, die keine Konfrontation ­suchen, sich unterordnen. Aber warum sind Sanftmütige eigentlich selig oder froh zu nennen? Da gibt es eine Handwerkerrechnung, die einem vor Zorn Tränen in die Augen schießen lässt, auf Arbeit sollte man schon kein Schwächling sein, da heißt es, Klappern gehöre zum Handwerk, oder wie man auch sagt: Gutes tun und darüber reden. Und im Übrigen habe ich den Eindruck, dass sogenannte Sanftmütige nur den bequemsten Weg suchen und Konfrontation scheuen.

Im biblischen Sinne werden damit Menschen bezeichnet, die einen wohltuenden Einfluss auf andere ausüben. Damit können wir alle schon etwas anfangen. Also dem anderen etwas Gutes tun und an sein Wohl denken; im wahrsten Sinne des Wortes Mut zum Dienen haben. Ich stecke auch einmal zurück und gebe wie Abraham meinem Verwandten das bessere Stück Land. Es kann aber ebenso heißen, in Liebe auch einmal ein hartes Wort zu sagen. Selig sind die Sanftmütigen – und nun kommt eine Verheißung –, sie werden das Erdreich besitzen. Also eine sehr aufs Diesseits bezogene Verheißung. Wenn ich etwas besitze, kann ich auch darüber verfügen, kann gelassen sein, denn es gehört mir. Das ist nun der springende Punkt. Bin ich im Besitz der Sanftmut oder noch ein Anwärter? Aus eigener Kraft werden wir nicht sanftmütig werden, dazu möge Gott uns helfen.

In diesem Sinne wünsche ich uns Erdbesitzern viel Mut, Sanftmut und einen gesegneten Tag.

Zum Bibelvers: Matthäus 5,5

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