Andacht 22.01.2026
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Bibel
Glauben

21. Jan. 2026 23:01Mirijam Martín Díaz

Andacht 22.01.2026

Gedanken zum Thema: Getragen

Gott zu preisen, auch wenn sich die Dinge für mich offenbar nicht zum Positiven wenden, ist leichter gesagt als getan. Was dieses Versprechen in der Umsetzung bedeutet, habe ich erst durch die Arbeit mit schwer krebskranken Patienten erfahren. Ich nehme mir stets vor, meinen Patienten etwas mehr Hoffnung und Lebensmut zu schenken. Und doch erlebe ich hin und wieder, dass es genau andersherum abläuft.

Gelegentlich erhalte ich von tiefgläubigen Patienten auf meine Frage, woran sie sich in schweren Zeiten festhalten, eine bewegende Antwort. Kürzlich ließ mich eine Patientin an folgenden Gedanken teilhaben:

„Gott hat mich schon in der Vergangenheit durch schwere Zeiten getragen. Ich habe es vielleicht nicht gleich wahrgenommen, aber er war da und hat mich getragen. Er tat es in der Vergangenheit, er tut es ­heute und er wird es auch in Zukunft wieder tun. Gott schenkt mir jeden Tag die Kraft, die ich brauche, den Frieden, mit meiner Krankheit umzugehen, und die Gelassenheit, zu akzeptieren, dass, egal was passiert, mein Leben in seiner Hand liegt. Ich entscheide mich jeden Tag dazu, Gott trotzdem zu danken.“

Wow, was für ein Bekenntnis! Noch immer bin ich sehr beeindruckt und erinnere mich an den Eingangstext. Ist es vielleicht doch möglich, den Herrn allezeit zu preisen? Wenn ein Mensch, der durch solch ein finsteres Tal geht, diesen starken Glauben hat, kann ich dann nicht erst recht auf Gottes Führung vertrauen?

Am Ende des Gesprächs mit einem Patienten bin ich die Beschenkte und darf wieder einmal voller Dankbarkeit erkennen: Gott spricht durch Menschen zu uns. Ich lade dich heute ein, genau hinzuhören, seiner Stimme zu lauschen und ihm zu danken.

Zum Bibelvers: Psalm 34,2–4

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