
26. März 2026 23:01Gerhard Wagner
Andacht 27.03.2026
Gedanken zum Thema: Vollkommen
Niemand ist vollkommen, höre ich von allen Seiten, denn Irren ist menschlich und durch Fehler lernen wir schließlich. Trotzdem erwarten wir vollkommene Arbeit. Wenn nach der Heizungsreparatur Wasser ausläuft, muss der Handwerker schnell kommen und die Leitung abdichten. Wenn das Auto streikt, muss die Werkstatt kostenlos reparieren, denn es besteht noch Garantie. Wir erwarten fehlerlose Arbeit, Bücher ohne Tippfehler, gerechte Gesetze. Messen wir nicht oft mit zweierlei Maß? Eigene Fehler entschuldigen wir. Von anderen erwarten wir fehlerlose Leistungen, die uns keine Nachteile bringen.
Wie kann ich vollkommen wie Gott sein? Das frage ich mich. Was meint Vollkommensein im Alltag, im täglichen Umgang mit anderen Menschen, im Beruf, in Gesellschaft und Gemeinde? Jesus fordert in diesem Textabschnitt auf, jeden zu lieben, sogar seine Feinde. Er begründet diese scheinbar unerfüllbare Forderung mit Gottes Liebe für alle Menschen.
Gott lässt die Sonne über Böse und Gute scheinen und lässt es regnen über Gerechte und Ungerechte. Jesus erwartet eine solche Liebe zum Mitmenschen, die Gottes Wesen ähnlich ist.
Jesus fasst diese Liebe Gottes mit dem Begriff Vollkommenheit zusammen. Im griechischen Text steht hier ein Wort, das mit „vollständig, reif, vollkommen“ übersetzt wird. Damit ist nicht Sündlosigkeit gemeint, nichts wird gegen Wachstum in der Erkenntnis gesagt. Vollkommenheit in der Liebe steht für Vollständigkeit und Reife im jeweiligen Entwicklungsstadium. Vollkommen sein meint, das Ziel, die Teiletappe erreicht zu haben und seine Moral an Gottes Liebe zu orientieren. Es geht Jesus nicht um die Möglichkeit, auf eigenen Wegen Gott gleich zu werden, wie Eva es versuchte, sondern wie Gott zu lieben, wie Gott für und über andere zu denken und zu handeln. Es geht darum, verantwortlich aus der Liebe Gottes heraus zu entscheiden, einen klaren Blick zu gewinnen und aus der Gemeinschaft mit Gott heraus zu denken, zu reden und zu handeln.
Lasst uns lieben, wie Jesus liebte. Lasst uns dem anderen mit Verständnis und Ermutigung dienen. Lasst uns auf unsere Umwelt bedacht sein und Gottes geliebte und liebende Kinder sein. Unser Nächster wird dafür dankbar sein.
© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)
Gedanken zum Thema: Vollkommen
Niemand ist vollkommen, höre ich von allen Seiten, denn Irren ist menschlich und durch Fehler lernen wir schließlich. Trotzdem erwarten wir vollkommene Arbeit. Wenn nach der Heizungsreparatur Wasser ausläuft, muss der Handwerker schnell kommen und die Leitung abdichten. Wenn das Auto streikt, muss die Werkstatt kostenlos reparieren, denn es besteht noch Garantie. Wir erwarten fehlerlose Arbeit, Bücher ohne Tippfehler, gerechte Gesetze. Messen wir nicht oft mit zweierlei Maß? Eigene Fehler entschuldigen wir. Von anderen erwarten wir fehlerlose Leistungen, die uns keine Nachteile bringen.
Wie kann ich vollkommen wie Gott sein? Das frage ich mich. Was meint Vollkommensein im Alltag, im täglichen Umgang mit anderen Menschen, im Beruf, in Gesellschaft und Gemeinde? Jesus fordert in diesem Textabschnitt auf, jeden zu lieben, sogar seine Feinde. Er begründet diese scheinbar unerfüllbare Forderung mit Gottes Liebe für alle Menschen.
Gott lässt die Sonne über Böse und Gute scheinen und lässt es regnen über Gerechte und Ungerechte. Jesus erwartet eine solche Liebe zum Mitmenschen, die Gottes Wesen ähnlich ist.
Jesus fasst diese Liebe Gottes mit dem Begriff Vollkommenheit zusammen. Im griechischen Text steht hier ein Wort, das mit „vollständig, reif, vollkommen“ übersetzt wird. Damit ist nicht Sündlosigkeit gemeint, nichts wird gegen Wachstum in der Erkenntnis gesagt. Vollkommenheit in der Liebe steht für Vollständigkeit und Reife im jeweiligen Entwicklungsstadium. Vollkommen sein meint, das Ziel, die Teiletappe erreicht zu haben und seine Moral an Gottes Liebe zu orientieren. Es geht Jesus nicht um die Möglichkeit, auf eigenen Wegen Gott gleich zu werden, wie Eva es versuchte, sondern wie Gott zu lieben, wie Gott für und über andere zu denken und zu handeln. Es geht darum, verantwortlich aus der Liebe Gottes heraus zu entscheiden, einen klaren Blick zu gewinnen und aus der Gemeinschaft mit Gott heraus zu denken, zu reden und zu handeln.
Lasst uns lieben, wie Jesus liebte. Lasst uns dem anderen mit Verständnis und Ermutigung dienen. Lasst uns auf unsere Umwelt bedacht sein und Gottes geliebte und liebende Kinder sein. Unser Nächster wird dafür dankbar sein.
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