
8. Apr. 2026 22:01Sylvain Romain
Andacht 09.04.2026
Gedanken zum Thema: Handeln
Heute vor einundachtzig Jahren wurde Dietrich Bonhoeffer im KZ Flossenbürg hingerichtet. In der Morgendämmerung des 9. April 1945 ging er zum Galgen – völlig entkleidet. Doch im Gegensatz zu Millionen anderen, die in dieser Zeit aufgrund ihrer Ethnie sterben mussten, war der lutherische Theologe freiwillig aus London zurückgekehrt, um gleich nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten gegen die weitverbreitete Euphorie und ihre Folgen zu kämpfen. Er war sich bewusst, dass er sein Leben aufs Spiel setzte, denn das war der Preis der Christusnachfolge, die ihn nach seinem Verständnis zum Widerstand nötigte.
So hat sein christozentrischer Ansatz den Begriff der „billigen und teuren Gnade“ geprägt, der sich auf die Übereinstimmung von Glauben und Handeln bezieht. Wie konkret er „handeln“ meinte, brachte ihn nicht nur zur öffentlichen Kritik am Führerprinzip, sondern führte auch dazu, dass er zu der Gruppe zählte, die wegen ihres Versuchs eines Attentats auf den Führer unter dem Namen „Verschwörer des 20. Juli 1944“ bekannt wurden.
Seitdem ist der Text seines Briefes an seine Verlobte Maria von Wedemeyer, den er zu Weihnachten 1944 aus dem Keller der damaligen Zentrale der Gestapo schrieb, ein viel gesungenes Kirchenlied. „Von guten Mächten treu und still umgeben“ drückt Bonhoeffers Gottvertrauen aus. Es erinnert an die Zivilcourage eines Märtyrers.
Er wollte Menschen retten, koste es, was es wolle. Damit war er ein entschiedener Nachfolger dessen, der nackt ans Kreuz ging, um das Böse zu besiegen und die Welt zu retten.
Laß warm und hell die Kerzen heute flammen,
die du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.
Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiß an jedem neuen Tag.
(Textfassung des Evangelischen Gesangbuchs)
Zum Bibelvers: 1. Johannes 3,16
© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)
Gedanken zum Thema: Handeln
Heute vor einundachtzig Jahren wurde Dietrich Bonhoeffer im KZ Flossenbürg hingerichtet. In der Morgendämmerung des 9. April 1945 ging er zum Galgen – völlig entkleidet. Doch im Gegensatz zu Millionen anderen, die in dieser Zeit aufgrund ihrer Ethnie sterben mussten, war der lutherische Theologe freiwillig aus London zurückgekehrt, um gleich nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten gegen die weitverbreitete Euphorie und ihre Folgen zu kämpfen. Er war sich bewusst, dass er sein Leben aufs Spiel setzte, denn das war der Preis der Christusnachfolge, die ihn nach seinem Verständnis zum Widerstand nötigte.
So hat sein christozentrischer Ansatz den Begriff der „billigen und teuren Gnade“ geprägt, der sich auf die Übereinstimmung von Glauben und Handeln bezieht. Wie konkret er „handeln“ meinte, brachte ihn nicht nur zur öffentlichen Kritik am Führerprinzip, sondern führte auch dazu, dass er zu der Gruppe zählte, die wegen ihres Versuchs eines Attentats auf den Führer unter dem Namen „Verschwörer des 20. Juli 1944“ bekannt wurden.
Seitdem ist der Text seines Briefes an seine Verlobte Maria von Wedemeyer, den er zu Weihnachten 1944 aus dem Keller der damaligen Zentrale der Gestapo schrieb, ein viel gesungenes Kirchenlied. „Von guten Mächten treu und still umgeben“ drückt Bonhoeffers Gottvertrauen aus. Es erinnert an die Zivilcourage eines Märtyrers.
Er wollte Menschen retten, koste es, was es wolle. Damit war er ein entschiedener Nachfolger dessen, der nackt ans Kreuz ging, um das Böse zu besiegen und die Welt zu retten.
Laß warm und hell die Kerzen heute flammen,
die du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.
Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiß an jedem neuen Tag.
(Textfassung des Evangelischen Gesangbuchs)
Zum Bibelvers: 1. Johannes 3,16
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